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Webdesign-Trends 2026: Liquid Glass, KI und was davon wirklich bleibt

Transparente Glaswellen vor einem Farbverlauf von Blau zu Orange

Jedes Jahr gibt es neue Listen mit Webdesign-Trends. Für Unternehmen ist aber nicht die Frage spannend, was gerade „angesagt“ ist, sondern: Was davon macht eine Website besser – und was wirkt in zwei Jahren schon wieder alt?

In diesem Beitrag zeige ich Ihnen die wichtigsten Webdesign-Trends 2026 – mit einem besonderen Blick auf Liquid Glass, den neuen Glas-Look von Apple, den ich bereits in Kundenprojekten einsetze. Und ich sage Ihnen ehrlich, wo die Grenzen liegen.

1. Liquid Glass: Wie ein Apple-Trend ins Webdesign kommt

Apple prägt seit Jahren die visuelle Sprache digitaler Oberflächen. Das sieht man gut an der Entwicklung von iOS:

  • iOS 1–6: realistische Texturen und „materielle“ Elemente – die Zeit des Skeuomorphismus
  • iOS 7 (2013): der radikale Wechsel zum Flat Design – Minimalismus, einfache Formen, klare Farben
  • iOS 10–15: Flat Design wird lebendiger – Tiefe, Transparenz, unscharfe Ebenen
  • iOS 16–17: mehr Bewegung, Volumen und dynamische Elemente

Am 9. Juni 2025 hat Apple auf der Entwicklerkonferenz WWDC Liquid Glass vorgestellt: ein durchscheinendes Material, das seine Umgebung spiegelt und bricht und dessen Farbe sich an Inhalte sowie hellen und dunklen Modus anpasst. Seit iOS 26 (September 2025) prägt es die Oberflächen auf iPhone, iPad und Mac.

Was Liquid Glass ausmacht:

  • eine gläserne, „lebendige“ Ästhetik
  • Volumen und mehrschichtige Tiefe
  • weiche Übergänge von Licht und Farbe
  • Transparenz und Leichtigkeit
  • Elemente, die auf Bewegung, Hintergrund und Licht reagieren

Vom iPhone auf Websites

Der Weg eines solchen Trends ins Web ist fast immer derselbe: Apple führt einen Stil in iOS ein, schult Designerinnen und Entwickler, der Stil wird in Apps zum Standard – und wandert dann nach und nach auf Websites, in Marken und digitale Produkte. So war es mit Flat Design und Glassmorphism, und so passiert es jetzt mit Liquid Glass.

In einem aktuellen Projekt für ein Beratungsunternehmen aus dem Bau- und Architekturbereich haben wir Liquid Glass, Frosted Glass, Tiefe und Lichtübergänge bereits umgesetzt. Der Stil passt sehr gut zu Architektur und modernem Bauen – und hält die Website visuell lange aktuell.

Die Kehrseite: Lesbarkeit

Liquid Glass ist nicht unumstritten. Die Nielsen Norman Group hat im Oktober 2025 kritisiert, dass durchscheinende Bedienelemente und Text über unruhigen Hintergründen schwer lesbar sind und Animationen vom Inhalt ablenken. Apple hat nachgebessert: Mit iOS 26.1 kam eine Einstellung, um die Transparenz zu reduzieren, und auf der WWDC 2026 hat Apple die Standard-Transparenz für die nächste Systemgeneration weiter gesenkt.

Für Websites heißt das: Glas-Effekte gezielt einsetzen, nicht überall. Gut funktionieren sie für Navigation, Karten und Call-to-Action-Bereiche – immer mit ausreichendem Kontrast (mindestens 4,5:1 für normalen Text nach WCAG) und einer ruhigen Fläche hinter dem Text.

2. KI im Designprozess – und warum Handschrift wichtiger wird

Laut Figmas „State of the Designer 2026“ nutzen 72 % der befragten Designerinnen und Designer generative KI in ihrer Arbeit. KI beschleunigt Entwürfe, Bildideen und Varianten enorm.

Die Kehrseite: Viele Websites sehen sich immer ähnlicher. Genau deshalb wird eine eigenständige, durchdachte Gestaltung 2026 zum Unterschied, den Kundinnen und Kunden sofort bemerken.

3. Kräftige Farben und ausdrucksstarke Typografie

Nach Jahren in Beige und Grau kommen gesättigte Farben, Verläufe und kontrastreiche Kombinationen zurück. Dazu passt große, ausdrucksstarke Typografie, die selbst Teil der Geschichte wird. Wichtig bleibt: Farbe und Schrift müssen zur Marke passen – nicht zum Trend.

4. Bewegung mit Sinn

Micro-Interactions und Animationen beim Scrollen machen Websites lebendig und lenken die Aufmerksamkeit. Gute Bewegung erklärt etwas – sie zeigt, wo man klicken kann, was sich verändert hat oder wie Inhalte zusammenhängen. Reine Dekoration, die Ladezeit kostet oder ablenkt, schadet eher.

5. 3D und immersive Elemente

Interaktive 3D-Modelle und räumliche Effekte sind 2026 deutlich zugänglicher geworden. Für Produkte, Räume oder Architektur können sie viel zeigen. Für die meisten kleinen Unternehmen gilt: ein gezielter Effekt statt einer schweren 3D-Seite, die auf dem Smartphone langsam lädt.

6. Dark Mode als Standard

Dunkle Oberflächen sind für viele Nutzerinnen und Nutzer längst Gewohnheit – angenehm für die Augen und auf OLED-Displays sparsamer. Ein gut gestalteter dunkler Look wirkt zudem hochwertig und modern; auch Glas-Effekte kommen auf dunklem Grund besonders gut zur Geltung.

7. Barrierefreiheit wird Pflichtprogramm

Seit dem 28. Juni 2025 gilt in Deutschland das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Es betrifft vor allem digitale Angebote für Verbraucherinnen und Verbraucher, etwa Onlineshops; für Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, gibt es Ausnahmen. Unabhängig von der Pflicht gilt: Gute Kontraste, klare Struktur und Bedienbarkeit per Tastatur machen eine Website für alle besser – und passen gut zu suchmaschinenfreundlichem Aufbau.

8. Schnell und nachhaltig

Schlanker Code, optimierte Bilder und effizientes Hosting sind kein Nischenthema mehr. Schnelle Websites halten Besucherinnen und Besucher, ranken besser und verbrauchen weniger Energie. Je mehr Effekte eine Seite hat, desto wichtiger ist eine saubere technische Umsetzung.

Was heißt das für Ihr Unternehmen?

Nicht jeder Trend gehört auf jede Website. Meine Faustregel: Ein Trend lohnt sich, wenn er Ihre Marke stärkt und die Bedienung nicht verschlechtert. Liquid Glass, kräftige Farben oder Bewegung können eine Website unverwechselbar machen – wenn sie bewusst und technisch sauber eingesetzt werden.

Eine Website sollte über Jahre modern bleiben. Genau dafür lohnt es sich, Trends früh zu verstehen und sie passend für Ihre Marke umzusetzen – statt einer austauschbaren Vorlage.

Sie möchten Ihre Website modern und trotzdem gut bedienbar gestalten? Sprechen Sie mich an – oder sehen Sie sich unsere Leistungen an.

Quellen

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